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Keine Feinabstimmung oder Argumente gegen die Gott-Hypothese?

Inhaltsverzeichnis:

Welche Argumente sprechen dafür die Hypothese Gott, als Ursprung aller Existenz absurd zu finden? Der Ketzerpodcast hatte vor 3 Jahren eine Sendung hierzu. Wir versuchen uns einige der Argumente in diesem Video genauer anzusehen. Dazu gehören:

  1. Gibt es vielleicht gar keine Feinabstimmung?
  2. Die Feinabstimmung sollte uns nicht wundern - anthropisches Prinzip.
  3. Gott, Zufall oder Variante Nummer Drei?
  4. Woher kommt Gott?
  5. Die Feinabstimmung widerspricht dem Kreationismus.
  6. Feinabstimmung an sich als Argument gegen Gott?

1. Argument: Naturkonstanten sind nichts Ungewöhnliches

Das Argument kann lauten: "Die Naturkonstanten sind möglicherweise nicht richtig verstanden und basieren vielleicht nur auf einer einzelnen oder keiner Konstante."

Aktuell ist das eine "Theory of the Gaps" - eine Theorie der Lücke. Um das Problem der Feinabstimmung ausblenden zu können, setzt das Argument einen unbekannten Zusammenhang voraus, welcher auf unserer angenommenen, unvollständigen Information beruht. Theisten wird vorgeworfen, dass Ihr Glaube an Gott eine "Argument der Lücke" ist, da eine Beobachtung, welche nicht verstanden wurde einfach einem übernatürlichen Gott zugeschrieben wird. 

Bei der Annahme, dass die Naturkonstanten auf einer einzelnen oder keiner Konstante basieren handelt es sich ebenso um eine Theorie der Lücke. Etwas nicht Verstandenes wird mit dem gefüllt, was ich gerne hätte.

Die Hypothese "Gott" oder einer Intelligenz als Verantwortlicher für Feinabstimmung passt dabei besser zu unseren Beobachtungen. Von diesen wissen wir nämlich, dass fein abgestimmte Systeme (Computercode, Sprache usw.) immer einen intelligenten Akteur voraussetzen. Dieses Fakt kann man extrapolieren und hat damit einen Grund für die Annahme einer Superintelligenz als Verursacher der Feinabstimmung.

Argument: Die Frage nach der Validität der Annahmen. Ist die Feinabstimmung wirklich soo unwahrscheinlich? Welche mögliche Wahrscheinlichkeitsverteilung nimmt man an? Die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Zahl ist immer 0 (in der unendlichen Menge der Zahlen). Man muss aber 1 erhalten - eine Gleichverteilung auf einem unendlich großen Abschnitt ist nicht möglich. Wie groß ist aber der Abschnitt der Menge, aus welcher die Naturkonstanten verglichen werden?

Laut der Physikern Sabine Hossenfelder gibt es vielleicht einen Mechanismus zur Erzeugung von Universen, bei welchen z. B. bestimmte Gravitationskonstanten häufiger vorkommen als andere. Die Berücksichtigung einer solchen Verzerrung würde den berechneten Grad der Feinabstimmung (oder die Wahrscheinlichkeit) für einen bestimmten Wertebereich, der einem lebensfähigen Universum entspricht, deutlich verändern.

Daher argumentiert sie, dass die Möglichkeit einer solchen Verzerrung bei der Erzeugung von Universen bedeutet, dass wir keine genauen Bewertungen der Feinabstimmung vornehmen können - und dass wir daher nicht sicher sein können, dass das Universum tatsächlich für Leben feinabgestimmt ist.

Hossenfelders Einwand hat ein offensichtliches Problem. Die zulässigen Bereiche vieler physikalischer Konstanten und anderer Parameter sind innerhalb der riesigen Bandbreite anderer möglicher Werte unglaublich eng. So muss beispielsweise das Verhältnis zwischen der Stärke der elektromagnetischen Kraft und der Schwerkraft auf 1 Teil in 10 hoch 40 genau sein (eine Zahl, die größer als eine Billion Billion Billion ist).

Folglich müsste jeder Mechanismus zur Erzeugung des Universums, der die Produktion dieser spezifischen und winzigen Bereiche begünstigt, selbst sehr fein abgestimmt sein, um mit hoher Wahrscheinlichkeit Leben hervorzubringen.

Mit anderen Worten: Ihr Mechanismus zur Erzeugung des Universums müsste fein abgestimmt sein, um die Verzerrung zu gewährleisten, die es ihr erlauben würde, die Feinabstimmung in unserem Universum zu erklären.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Kritik von Hossenfelder keine ernsthafte Herausforderung für das Argument der Feinabstimmung darstellt. 

Victor Stenger hat ist seiner Veröffentlichung "The Fallacy of Fine-Tuning" aus dem Jahr 2011 folgenden Aussage getätigt:

"Die am häufigsten zitierten Beispiele für eine scheinbare Feinabstimmung lassen sich mit ein wenig etablierter Physik und Kosmologie leicht erklären."

Man sollte überhaupt vorsichtig sein, wenn ein Wissenschaftler eine Aussage tätigt, bei der Kollegen wie Barrow, Carr, Carter, Davies, Dawkins, Deutsch, Ellis, Greene, Guth, Harrison, Hawking, Linde, Page, Penrose, Polkinghorne, Rees, Sandage, Smolin, Susskind, Tegmark, Tipler, Vilenkin, Weinberg, Wheeler, Wilczek usw. anderer Meinung sind. Sie alle sehen die Feinabstimmung als gegeben an, auch wenn Sie unterschiedliche Schlussfolgerungen ziehen. Stenger hingegen behauptet, dass das Universum nicht feinabgestimmt ist. 

In Kapitel 13 argumentiert Stenger gegen die Feinabstimmung des Universums für intelligentes Leben, indem er die Ergebnisse eines Computercodes mit dem spitzfindigen Namen MonkeyGod verwendet. Es handelt sich um einen Monte-Carlo-Code, der aus einer gegebenen Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion Werte für bestimmte Parameter auswählt und dann berechnet, ob ein Universum mit diesen Parametern Leben beherbergen würde. Er berücksichtigt dabei acht Kriterien. Wie Stephen Meyer in ausführt gibt es dabei erhebliche Probleme:

Von diesen acht Kriterien sind drei falsch, zwei sind irrelevant und eines ist unzureichend. Viele weitere fehlen. Am wichtigsten ist jedoch, dass alle möglichen falschen Annahmen im Verborgenen lauern, und die ganze Übung ist ein Beispiel für den Trugschluss des billigen Fernglases. 

https://stephencmeyer.org/2020/10/16/physicist-sabine-hossenfelder-challenges-the-evidence-for-cosmological-fine-tuning/

2. Argument: Die Feinabstimmung sollte uns nicht wundern

Argument: Befürworter dessen, was gemeinhin als "schwaches anthropisches Prinzip" (SAP) bekannt wurde argumentieren, dass wir Menschen nicht überrascht sein sollten, in einem Universum zu leben, das für das Leben geeignet ist, denn wäre das Universum anders, wären wir nicht hier, um es zu beobachten. Und da es nicht überraschend ist, in einem Universum zu leben, das die für unsere eigene Existenz notwendigen Bedingungen aufweist, haben die Befürworter des SAP argumentiert, dass die Feinabstimmung keine Erklärung erfordert.

Der Philosoph John Leslie weist darauf hin, dass wir Menschen zwar nicht überrascht sein sollten, in einem Universum zu leben, das für Leben geeignet ist (da wir ja leben), wir sollten aber überrascht davon sein, dass die für Leben notwendigen Bedingungen so extrem unwahrscheinlich sind.

Beispiel:

  • Stellen wir uns einen Mann mit verbundenen Augen vor. 100 Scharfschützen sollen ihn bei einem  Erschießungskommando exekutieren.

  • Alle Schützen feuern - aber entgegen aller Wahrscheinlichkeit wird er nicht getroffen.

  • Dass er noch am Leben ist, steht zwar im Einklang mit der Tatsache, dass alle Scharfschützen ihn verfehlt haben - das schwache anthropische Prinzip.

  • Das erklärt aber nicht, warum die Scharfschützen ihn tatsächlich verfehlt haben! Er ist also nicht überrascht sein, dass er am Leben ist, sondern warum er noch am Leben ist.

Eine notwendigen Voraussetzung für das Eintreten eines Ereignisses (in diesem Fall unsere Existenz) wird so verwechselt mit einer kausalen Erklärung / einer Begründung.

Man beachte, dass sich die SAP-Befürworter auf das falsche Phänomen konzentrieren. Sie sind der Meinung, dass es zu erklären (oder wegzuerklären) ist, warum wir ein Universum beobachten, das mit unserer Existenz vereinbar ist. Es ist richtig, dass eine solche Beobachtung nicht überraschend ist. Erklärungsbedürftig ist jedoch, was die Feinabstimmung des Universums überhaupt verursacht hat - nicht unsere spätere Beobachtung davon

Auf Wikipedia wird auf eine Erweiterung Bezug genommen: 

Das anthropische Prinzip ist in der Lage, zusammen mit Vielweltentheorien (Multiversen) eine Erklärung für die von einigen Kosmologen behauptete Feinabstimmung des Universums – welches Leben demnach erst möglich macht – zu geben. https://de.wikipedia.org/wiki/Anthropisches_Prinzip#Feinabstimmung_der_Naturkonstanten

Auf die Probleme der Vielewelten-Theorie werden wir in späteren Teilen genauer eingehen.

2.1. Das starke anthropischen Prinzip

Die Physiker John Barrow und Frank Tipler beschreiben eine Version des starken anthropischen Prinzips in Verbindung mit Effekten aus der Quantenmechanik folgendermaßen: 

  1. Das Universum muss die Eigenschaften haben, die es ermöglichen, dass sich in ihm zu einem bestimmten Zeitpunkt seiner Geschichte Leben entwickelt.
  2. Es gibt ein mögliches Universum, das mit dem Ziel 'entworfen' wurde, 'Beobachter' zu erzeugen und zu erhalten.
  3. Beobachter sind notwendig, um das Universum ins Leben zu rufen.

Wenn du bei Punkt drei stutzt, dann fühlen wir gleich. Hier gibt es ein offensichtliches Problem:

Die Beobachter, die angeblich die Feinabstimmung des Universums verursachen, machen ihre Beobachtung der Feinabstimmung Milliarden von Jahren nach, nicht vor dem Ereignis, das sie angeblich verursachen. Das Konzept der "Ursache" impliziert jedoch eindeutig ein Ereignis, das eine nachfolgende Wirkung hervorruft.

Selbst im Fall von Quantenphänomenen, die vermeintlich durch den Beobachter verursacht werden, tritt die Wirkung - der Zusammenbruch der Wellenfunktion - nach der Ursache auf. Die offensichtliche Unlogik dieser Idee von Tipler und Barrow veranlasste den Autor des Scientific American, Martin Gardner dazu, das SAP und ähnliche Versuche, den Ursprung der Feinabstimmung wegzuerklären als "CRAP, das Completely Ridiculous Anthropic Principle" (das völlig lächerliche anthropische Prinzip) zu bezeichnen. Fast alle Physiker und Philosophen stimmen dieser berechtigten, wenn auch unangemessenen Ablehnung inzwischen zu.

3. Argument: Gott, Zufall oder eine dritte Variante?

Argument: Welcher Prozess hat dazu geführt, dass wir Naturkonstanten haben? Gott oder Zufall? Könnte es aber eine dritte unbekannte Möglichkeit geben?

Dieses Argument streift das Thema des Weltbilds oder der Ontologie (der Lehre des Seins) des Existierenden. Der philosophische Dualismus nimmt hier zwei Substanzen an – Geist und Materie. Der Monismus geht von der Existenz nur einer Substanz aus.

Dualismus Monismus
Cartesischer Dualismus: Es gibt zwei unabhängige tiefste Wirklichkeiten. Geist und Materie.

Materialismus: Hiernach ist Materie der Urstoff und nur physikalische oder materielle Objekte und Wirkungen sind real. Bewusstsein bzw. Geist ist nur eine Folge von Anordnung von Materie.

Idealismus: Hiernach ist alles Geist und nur geistige Vorgänge sind fundamental real. Materie ist nur eine Abbildung eigentlich geistiger Prozesse.
Neutraler Monismus: Es gibt ein drittes (völlig unbekanntes) Prinzip, welches sowohl Geist als auch Materie erzeugt.

Das angeführte Argument gehört als am ehesten in die Kategorie "neutraler Monismus". Da dieser ein Phänomen annimmt, was sich unser Realität komplett entzieht und nicht beobachtbar, ist diese Annahme natürlich erlaubt - neben einem dritten Prinzip könnte man auch unzählige andere annahmen und die Ontologie damit sehr kompliziert gestalten. Falls aber entweder Materialismus oder Idealismus (darin Gott als fundamentales Bewusstsein oder erster Geist) eine ausreichende Erklärung aller Phänomene anbietet, sollte man aus dem Prinzip der Einfachheit (Okhams Rasiermesser), was uns gute Dienste leistet, diese "einfachere" Erklärung bevorzugen. 

Wie gut diese beiden Erklärungen funktionieren werden wir uns in späteren Teilen aber genauer ansehen.

4. Argument: Widersprüchlich oder unendlich zirkular

Das Argument ist folgendes: 

  1. Lebt Gott in einer auf ihn feinabgestimmten Umgebung?
  2. Wenn nein - dann ist Feinabstimmung für Existenz nicht nötig. (Was aber unseren Beobachtungen & Berechnungen widerspricht)
  3. Wenn ja, wer hat dann diese Feinabstimmung gemacht?

Das Argument ist nicht nur ein Argument gegen die Feinabstimmung mit der Annahme eines Gottes, sondern auch gegen die Multiversen-Theorie, welche als Lösung ohne Gott favorisiert wird. Hier das Argument:

  1. Ist der Prozess der Universen erzeugt fein abgestimmt?
  2. Wenn nein, dann ist Feinabstimmung für Existenz nicht nötig. (Was aber unseren Beobachtungen & Berechnungen widerspricht.)
  3. Wenn ja, wer oder was hat die Feinabstimmung dann gemacht?

Man kommt in beiden Fällen (Gott oder Multiversum) aus dieser Kette heraus, wenn man eine erste Ursache akzeptiert, einen Punkt an dem Zeit (Ursache/Wirkungs-Prinzip) aufhören zu existieren. Dies wäre dann aber für beide Vorstellungen gleichermaßen akzeptabel. Sowohl Multiversen als auch Gott. Das führt uns dazu, dass die Hypothese Gott gleichberechtigt untersucht werden sollte.

5. Argument: Die Feinabstimmung selbst widerspricht dem Kreationismus

Argument: Die Naturkonstanten sind extrem fein von Gott abgestimmt. Diese Feinabstimmung reichte aber nach Aussage von Kreationisten nicht aus, um Menschen durch Evolution hervorzubringen. (Gott musste manipulieren)

Die eigentliche Aussage ist also: War Gott nicht fähig direkt alles richtig zu machen?

Hier wird Folgendes vergessen:

  • Die Hypothese Gott wird von vielen gottgläubigen so verstanden, dass sich Gott einer Evolution bedient hat.
  • Falls die Evolutionstheorie zu viele Probleme mit mathematischen Unwahrscheinlichkeiten bietet:
    • Hatte Gott unter Umständen einen Mechanismus in der Natur integriert der dies nur nach Zufall aussehen lässt. Tatsächlich benutzen wir das Wort Zufall recht häufig für Prozesse, welche wir nur nicht berechnen können. Wüsste ich alle Variablen, Gewicht, Winkel der Hand, Wurfrichtung usw., wenn ich einen Würfel rolle, dann könnte ich den Zufall berechnen. Zufall ist hier also nur scheinbar vorhanden und verweist auf unsere Unkenntnis. Ist das vielleicht auch bei evolutionären Prozessen der Fall?
    • Oder Gott hat weiterhin direkt mit der Natur interagiert. Wer das ablehnt (was dass obige Argument ja kritisiert) nimmt für sich in Anspruch, dass sein Bild von Gott das richtige ist. Also die Behauptung: Gott muss direkt alles richtig machen. Wer sagt aber, dass dieses Bild von Gott stimmt. Bei dem christlichem Gottesbild sind alleine die sehr verschiedenen Argumente zur Klärung der Leidfrage ein Pool für alternative Handlungsmöglichkeiten Gottes.

Das obige Gegenargument gegen die Feinabstimmung als Hinweis auf Gott ist also eher eine theologische und teleologische (Sinn-) Frage. Dieses Argument klammert die Hypothese Gott als solche nicht aus - sondern nur die eigene private Vorstellung, wie Gott nach Meinung einiger zu sein hat.

6. Argument: Die Feinabstimmung an sich als Argument gegen Gott

Im Video wurde die "fünfte Kolonne" eine mutmaßliche Terrororganisation als Beispiel angeführt. Zu dieser Organisation gab es recht verrückte Vorwürfe, wie im Video erklärt wurde. Denn egal ob Anschläge da waren oder nicht - beides wäre ein Hinweis auf die Existenz der Gruppe:

  • Option 1: Es gibt Anschläge. Erklärung: Das ist ein Hinweis auf ihre Existenz, da sie ja Anschläge geschehen.
  • Option 2: Es gibt keine Anschläge. Erklärung: Das ist ein Hinweis auf ihre Existenz, da sie ja im Geheimen agieren.

Es handelt sich hier also - einfach erkennbar - um einen logischen Fehlschluss. Dieser Fehlschluss wird im Video auf das Thema Feinabstimmung übertragen:

  • Option 1: Es gibt die Feinabstimmung und Leben. Erklärung: Das ist ebenfalls ein Hinweis auf die Existenz Gottes. 
  • Option 2: Es gibt keine Feinabstimmung aber Leben. Erklärung: Das ist ein Hinweis auf die Existenz Gottes. Trotz fehlender Feinabstimmung ist Leben vorhanden.

Es wird angenommen, dass es sich auch hier um einen Fehlschluss handelt, der folgendermaßen korrigiert wird:

  • (Identisch) Option 2: Es gibt keine Feinabstimmung aber Leben. Erklärung: Das ist ein Hinweis auf die Existenz Gottes. Trotz fehlender Feinabstimmung ist Leben vorhanden. 
    • Ein nicht fein abgestimmtes Universum mit Leben, wäre ein Beleg für Gott.  Weil wir theoretisch nicht existieren können, aber es dennoch tun?
  • (Verändert) Option 1: Es gibt die Feinabstimmung und Leben. Das Gegenteil wäre (scheinbar) logisch: Diese Kombination wäre gerade ein Hinweis auf keinen Gott. 
    • Der umgekehrte Fakt würde bedeuten, dass die Wahrscheinlichkeit für Gott sinkt und nicht steigt. Also je mehr Feinabstimmung, um so weniger Gott.

Was ist der Fehler in dieser Logik?

Die Annahme “Ein nicht fein abgestimmtes Universum mit Leben, wäre ein Beleg für Gott” ist wie bei der Argumentation gegen die fünfte Kolonne die falsche Vorannahme. Und gerade nicht das Bild, wie Gott von unterschiedlichen Religionen charakterisiert wird. Man möchte also gerne Beobachtungen, die nicht logisch erklärbar sind - im Grunde also eine dauerhafte Präsenz von Wundern.

Genau wie bei der fünften Kolonne ist dieses Argument einfach falsch. “Keine Anschläge" als Hinweis darauf, dass es die 5te Kolonne gibt ist natürlich Quatsch. Richtig wäre, dass das Vorhandensein von Anschlägen der Hinweis auf die fünfte Kolonne ist.

  • Keine Anschläge = Keine 5te Kolonne
  • Keine Feinabstimmung = Kein Design
  • Feinabstimmung = Hinweis auf Design

Falls Gott Menschen gemacht hat, wäre es logisch, die Beobachtungen über bewusstes Erschaffen zu extrapolieren. Wie sieht schöpferisches Handeln bei Menschen aus? Woran ist dieses zu erkennen - z.B. in Bauwerken, Software, Hardware usw.?  Kann ich diese Merkmale in der Physik des Universums, der Feinabstimmung wiedererkennen?

Gen 1,27 Und Gott schuf den Menschen in seinem Bild, im Bild Gottes schuf er ihn; als Mann und Frau schuf er sie.

Bei einem Menschen ist funktionale Struktur Hinweis auf einen bewussten Akteur. Aus Sicht derjenigen die Gott annehmen sollte dieses Merkmal bei Menschen nicht größer sein als bei Gott - sondern Gott sollte hier den Menschen etwas voraus haben. Also wäre auch hier Finetuning gerade ein Argument für Gott.

Im Video gehe ich noch auf Beispiele für diese Strukturen ein, an welchen wir sofort erkennen, ob diese von intelligenten Akteuren (also anderen) Menschen erstellt wurden. Falls du das Video noch nicht gesehen hast, schau doch in die letzten 15 Minuten hinein und hinterlass gerne deine Gedanken in einem Kommentar. 

Ich hoffe, dass diese Ausführungen für dich interessant waren, auch dann wenn du anderer Meinung bist.

6.1. QUELLEN: