Archäologische Entdeckungen im Zusammenhang mit den Verantwortlichen für die Kreuzigung Jesu Christi, Pontius Pilatus und dem Hohepriester Kaiphas, sind ans Licht gekommen, wie ein Bibel-Experte erstaunlicherweise behauptet.

Die Geschichtlichkeit der Bibel ist ein umstrittenes Thema, wobei einige Historiker so weit gehen zu behaupten, dass die Person Jesu Christi nie existiert habe. Doch eine Reihe archäologischer Entdeckungen im Heiligen Land könnten die Debatte beenden, so ein Theologe und Bibelwissenschaftler. Dabei handelt es sich um Entdeckungen im Zusammenhang mit Pontius Pilatus und dem Hohepriester Kaiphas, zwei zentralen Figuren in den Ereignissen, die zur Kreuzigung Jesu Christi führten:

  • Pontius Pilatus war der fünfte Statthalter der römischen Provinz Judäa unter Kaiser Tiberius.Man nimmt an, dass er sein Amt zwischen den Jahren 26 n. Chr. und 37 n. Chr. innehatte, in den Jahren, in denen er dem Prozess, der Folter und der Hinrichtung Jesu vorstand.
  • Und Joseph ben Kaiphas, einfach Kaiphas genannt, war der Hohepriester des jüdischen Sanhedrins, der laut der Evangelien plante, Jesus kreuzigen zu lassen.

Tom Meyer, Professor für Bibelstudien am Shasta Bible College und an der Graduate School in Kalifornien, USA, ist der Ansicht, dass es genügend Beweise dafür gibt, dass diese Figuren real waren, was wiederum das biblische Zeugnis von Jesu Leben und Tod bestätigt.

Bild: By deror_avi - Own work, CC BY-SA 3.0 

Professor Meyer sagte gegenüber Express.co.uk:

Archäologische Beweise sind ans Licht gekommen, welche die Existenz von zwei der Hauptschurken im Bericht über die Kreuzigung Jesu belegen: der jüdische Hohepriester Kaiphas und Pontius Pilatus, der Statthalter der römischen Provinz Judäa.

Kajaphas war von 18 n. Chr. bis 36 n. Chr. das Oberhaupt des jüdischen Sanhedrins und riet nach dem Johannes-Evangelium den jüdischen Führern, dass es zweckmäßiger sei, dass ein einziger Mann - Jesus - unter der erdrückenden Last des Römischen Reiches umkomme als die ganze Nation Israel.

1. Zwei archäologische Beweise für die Existenz von Jesus Christus

Die sterblichen Überreste und Ossarium oder der 'Knochenkasten' des jüdischen Hohepriesters, der Jesus hingerichtet hatte, wurden zufällig in Jerusalem entdeckt. Kajaphas' Ossarium ist vermutlich eines von 12 Knochenkästen, die bei einem Bauprojekt in einer kleinen Grabhöhle in Südjerusalem im November 1990 freigelegt wurden.

Sein Name erscheint auf einer Inschrift mit der Aufschrift "Joseph, Sohn des Kaiphas" und auf zwei weiteren mit "Yehosef bar Qafaya" und "Yehosef bar Qafa".

1.1. Joseph, Sohn des Kaiphas

Professor Meyer sagte:

Wie es der Brauch war, war der von den Archäologen gefundene Beinkasten mit einer Inschrift versehen, welche die sterblichen Überreste der Person darin identifiziert.

Dieses verzierte Ossarium, das einer wohlhabenden Person gehörte, trug auf dem Kalksteinkasten einen Namen, der an einer Stelle zweimal 'Qafa' - Kaiphas - und an einer anderen Stelle 'Yehosef bar Qayafa' - Joseph, Sohn des Kaiphas - lautete.

Im Neuen Testament wird der jüdische Hohepriester zur Zeit Jesu nur als Kaiphas bezeichnet, aber der jüdische Historiker des ersten Jahrhunderts, Josephus, nennt ihn 'Joseph, der Kaiphas des Hohenpriestertums genannt wurde'.

Im Jahr 2008 entdeckten Archäologen ein weiteres Ossuarium, dessen Zugehörigkeit zu Kaiphas' Tochter Myriam nach Angaben israelischer Beamter bestätigt wurde. Das 2.000 Jahre alte Grabgefäß wurde mit der Inschrift gefunden: "Miriam, Tochter von Yeshua, Sohn des Kaiphas, Priester (von) Ma'aziah aus Beth 'Imri".

Es gab natürlich unter Experten einige Diskussionen, da auf dem Ossarium selbst keine Erwähnung über den Priesterstatus des Kaiphas vorhanden ist. In ihrem Buch "Kaiphas: Freund Roms und Richter Jesu?" wies die Autorin Helen Katherine Bond darauf hin, dass es einige mögliche Zweifel gibt. Sie schrieb:

Ist das Grab groß genug für einen Hohepriester? Das Beinhaus des Kajaphas ist extravagant verziert und gehörte eindeutig jemandem von großem Reichtum, aber der Rest des Grabes ist ganz gewöhnlich. Würden wir von einem Hohepriester nicht erwarten, dass er ein aufwändiges Grab hat?

1.2. Pontius Pilatus

Das andere von Professor Meyer vorgebrachte kritische Beweisstück bezieht sich auf die Figur des Pontius Pilatus. Er sagte:

Italienische Archäologen waren 1961 dabei, das berühmte Seetheater in Caesarea an der Küste Israels zu renovieren, als sie auf einen Stein aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. stießen, der in einem Gebäude aus dem vierten Jahrhundert n. Chr. wiederverwendet wurde.

Die italienischen Archäologen vermuteten, dass die zwei mal drei Meter große Tafel nicht ursprünglich von dem byzantinischen Gebäude stammte und entdeckten bei weiteren Untersuchungen, dass es sich bei der Steinplatte um eine Widmungstafel aus dem ersten Jahrhundert n. Chr. handelte. Sie wurde geschrieben, um an Pontius Pilatus' Schenkung eines Tempels zu erinnern. Dieser Tempel diente der Verehrung von Tiberias Cäsar - dem römischen Kaiser von Judäa zur Zeit des Pilatus.

Obwohl die Tafel stark beschädigt ist, steht auf ihr unbestreitbar der lateinische Titel 'Pontius Pilatus, Präfekt von Judäa'.

Bild: By Reinhard Dietrich CC BY-SA 4.0, Link

Doch selbst dieser Fund ist von Historikern kontrovers diskutiert worden, wobei einige behaupten, es handele sich um eine Fälschung oder einfach um Hinweise auf eine andere Person. Ungeachtet dessen ist Professor Meyer überzeugt, dass der historische Werdegang der Bibel unbestreitbar ist. Er sagte:

Die archäologischen Entdeckungen im Zusammenhang mit Kaiphas und Pontius Pilatus sind die einzigen archäologischen Objekte, die jemals von Archäologen gefunden wurden, die sich auf einen der beiden Menschen beziehen. Darüber hinaus zeugt ihre Entdeckung einmal mehr von der Zuverlässigkeit und historischen Genauigkeit der Bibel.